Übungen


Atem ist Leben - und Energie.

Und es gibt eine wunderbare Shaolin-Übung, die den Atem mit der Energie-Verteilung im Körper verbindet: Die Atem-Energie-Pumpe.

So bringen Shaolin-Mönche die durch körperliches oder mentales Training erzeugte Energie im ganzen Körper zum Fließen.

Diese Übung bietet sich besonders am Morgen an - z. B. nach einer Runde Qigong - oder einfach so als Start in den Tag.

Du kannst sie aber auch immer dann machen, wenn Du mehr Energie brauchst oder wacher werden möchtest.

 

Und so funktioniert sie:

  • Atme langsam, tief und bewusst ein und kontrahiere dabei Deinen Beckenboden. (Dabei sollte sich kein "Röhrengefühl" einstellen, sondern eher das Gefühl einer "Bodenplatte", indem Du Deine Sitzhöcker sanft zusammenziehst.)
  • Beim Ausatmen entspannst Du ihn wieder.
  • Wiederhole das Ganze zehn Mal.

Ein positiver Zusatzeffekt: Du stärkst dadurch Deinen Beckenboden.



Der innere Beobachter ist ein wichtiges Werkzeug der Shaolin.

Diese Übung bereitet Dich darauf vor, ihn einzusetzen.

Optimal ist es, sie morgens und abends für jeweils 10 Minuten zu machen.

 

Und so funktioniert sie:

  • Setze Dich mit aufgerichtetem Rücken bequem hin - auf einen Stuhl oder auf den Boden, wo immer Du magst.
  • Richte Deine Aufmerksamkeit nach innen - beobachte, was Du denkst und fühlst - bewerte nichts, nimm es nur wahr - lass alles kommen und wieder gehen.
  • Atme zum Abschluss einmal tief durch und komme wieder dort an, wo Du sitzt.

Wenn Du dabei beginnst, Gedanken weiter zu denken, komm einfach wieder entspannt zum Beobachten zurück.

Es ist anfangs völlig normal, dass Du abschweifst - ärgere Dich nicht darüber.

Der innere Beobachter will geschult werden.

 



Shaolin sind bestrebt, alles in einem meditativen Zustand zu tun - auch das Gehen.

Diese Übung beruhigt Deinen Geist und schult Dein Körpergefühl.

Idealerweise machst Du sie täglich für ca. 20 Minuten.

Du kannst auch Wegstrecken, die Du immer wieder zurücklegst, dazu nutzen.

 

Und so funktioniert sie:

  • Suche Dir eine Wegstrecke aus, die Du magst. Am besten in freier Natur. Wenn das gerade nicht möglich ist, kannst du auch in einem Innenraum im Kreis laufen.
  • Gehe langsam und ganz bewusst - Schritt für Schritt. Spüre, wie Deine Fußsohlen den Boden berühren, wie Du von der Ferse bis zu den Zehen abrollst und wie sich Dein Gewicht von einem auf den anderen Fuß verlagert.
  • Atme ruhig und fließend.
  • Zum Abschluss kannst Du Dich recken und strecken und entspannt in den Alltag zurückkehren.

Wenn Deine Aufmerksamkeit abschweift, kehre immer wieder zu Deinem Körpergefühl zurück.

Es ist nicht wichtig, was Du beobachtest, sondern dass Du es beobachtest.

Heißt: Nur wahrnehmen, nicht bewerten.